Unsere Schule während des zweiten Weltkrieges

Da Dortmund im Krieg immer wieder bombardiert wurde, machten sich die Eltern der Schulkinder Sorgen. Deshalb wurden die Kinder ab Juni 1943 nach Baden evakuiert. Sie wurden auf mehrere Dörfer verteilt. In Baden fühlten sich die Kinder sehr wohl und passten sich der Umgebung an. Überraschend schnell lernten sie den badischen Dialekt. Bald gab es auch Klassen nur mit Dortmunder Kindern. Bei den Transporten waren auch Kleinkinder mit ihren Müttern, die auch von den Lehrern betreut wurden. Als das Signal kam, dass auch Baden bombardiert wurde, haben die Eltern ihre Kinder abgeholt und mit nach Dortmund genommen, obwohl viele Schulen geschlossen waren.

Am 7. August 1945 wurde unsere Schule wieder geöffnet. Doch das Lernen war anstrengend, vor allem im Winter, weil es nicht mehr viele heile Fenster gab. Die Lehrer waren froh, wenn sie von einem Kind etwas Rollglas bekamen. Viele Räume konnten bei Regen nicht benutzt werden. Den Kindern ging es sehr schlecht, weil sie wenig Kleidung hatten. Damals gingen 1022 Kinder in unsere Schule, die auf 17 Klassen verteilt waren. Da es nur 6 Klassenräume gab, musste der Unterricht in vier Schichten stattfinden. Eine Umfrage vom 1.7.1946 zeigte folgendes Bild:

65 Kinder hatten keine Schuhe.

499 Kinder hatten ungenügendes Schuhzeug oder nur Kläpperchen.

472 Kinder hatten keinen Wintermantel.

566 Kinder hatten zu Hause kein eigenes Bett.

Es war schwer, unter diesen Umständen den Unterricht zu leiten. Doch alle haben sich angestrengt und diese Zeit überwunden.

Tom Ebener,
Klasse 4A/ 2009

Bild entnommen aus "Kinderheimat", ein Lesebüchlein für kleine Leute/Crüwell Dortmund

Bild entnommen aus „Kinderheimat“, ein Lesebüchlein für kleine Leute/Crüwell Dortmund

Menu